Menschen sind einsam – das muss sich ändern
Menschen in unserem Land sind einsam und fühlen sich nicht gesehen. Solidarität untereinander wird in Frage gestellt. Es betrifft alle, junge Menschen bis zu alten Menschen. Der Ton wird rauer, vor allem wenn man sich nur noch im Internet "zuhört". Früher hat man sich am Stammtisch oder im Vereinsheim gesprochen, heute giften sich fremde Menschen im Internet an. Einsamkeit ist eine Querschnittsaufgabe der Politik, die sich keinem Feld allein zuordnen lässt. Es ist aber eine ernste Herausforderung für unsere Demokratie, die auf Ausgleich und Solidarität setzt. Vereinsamung macht krank. Vereinzelung fördert Radikalisierung. Ich setze mich dafür ein, das Thema ernst zu nehmen und zu handeln.
Kommunen finanziell entlasten
Gemeinschaft entsteht vor Ort in Kommunen. Wenn diese finanziell überfordert und allein gelassen werden, schließt das Schwimmbad, fällt der Vereinszuschuss weg, wird die Jugendarbeit gekürzt. Wenn wir als Land die Kommunen finanziell entlasten, kann vor Ort wieder Geld für Gemeinschaft investiert werden.
Psychosoziale Gesundheit ernst nehmen
Medizinische Versorgung ist elementarer und muss im Land dringend verbessert werden. Zu oft wird dabei aber die psychische Gesundheit nicht mitgedacht. Es fehlen niedrigschwellige Angebote und Therapietermine. Einsamkeit entsteht auch durch nicht behandelte psychische Krankheiten, wodurch sich Betroffene immer weiter zurückziehen.
Soziale Medien regulieren und Jugendarbeit intensivieren
Soziale Kompetenzen werden in der Jugendzeit erlernt. Soziale Medien sind hier nicht hilfreich, sondern Echokammern für extremes Verhalten, das Clicks generiert. Die Nutzung Sozialer Medien sollten unter 16 Jahren verboten sein. Ziel muss werden, Kindern und Jugendlichen wieder eine Umgebung vor Ort zu bieten, wo man sich im Dorf oder Stadtviertel in der Freizeit treffen kann. Wir haben Jugendarbeit immer mehr dem Netz überlassen und Jugendklubs geschlossen.
Senioren kreativ einbeziehen
Ältere Menschen sind besonders von Einsamkeit betroffen wenn die Arbeit der Vergangenheit angehört, Ehepartner sterben und Kinder weit weg leben. Hier braucht es kreative Lösungen, Senioren mitten ins Leben einzubeziehen und sinnstiftende Tätigkeiten zu ermöglichen, dass muss über einen Seniorenfrühling im Jahr hinausgehen. Der Zusammenhalt und das Zusammenleben auch der verschiedenen Generationen muss wieder enger werden.
Extremismus erkennen und bekämpfen
Es braucht eine klare Strategie in der Begegnung von Extremismus, von Überzeugungen, die unsere Gesellschaft spalten und unsere Demokratie beschädigen wollen. Hier muss das Land, die Kommunen und die Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen, fachlich fit sein und in regelmäßigem Austausch stehen. Das betrifft Rechtsextremismus genauso wie Nationalismus mit Bezug zu anderen Ländern oder Ethnien sowie religiös begründeter Extremismus. Es kann nicht sein, dass jede Schule, Kommune und jeder Verein hier selbst Lösungen suchen muss, es muss dazu eine landesweite Strategie geben, die keine Freiräume für Extremismus zulässt.