Wirtschaft
Der Ostalbkreis lebt von starker Industrie, exzellentem Handwerk und engagierten Beschäftigten. Laut dem Zukunftsatlas 2025 sind wir eine der zukunftsstärksten Regionen in Deutschland. Also kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen oder in Panik zu verfallen. Dennoch bereitet die schwächelnde Automobilindustrie vielen Sorgen, zu Recht. Gerade in Schwäbisch Gmünd haben uns in den letzten Jahren einige Hiobsbotschaften erreicht. Hier müssen wir jetzt entschieden und strategisch Gegensteuern damit unsere Wirtschaft wieder wächst. Die notwendige Transformation, d.h. unsere Betriebe wettbewerbsfähig zu halten, darf aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten stattfinden. Wer hier immer nur auf Abbau von Arbeitsplätzen und Arbeitnehmerrechten setzt, leistet keinen sinnvollen Beitrag. Gute Wirtschaftspolitik heißt antizyklisch als Staat investieren und Unternehmen eine Brücke in die Zukunft bauen. Und dabei nicht in kleinen, bürokratischen Programmen zu kleckern, sondern flexibel und mutig zu investieren und dabei auch den Gründergeist im Land zu stärken. Staatliche Förderung braucht natürlich klare Bedingungen wie Standorttreue und Arbeitsplätze, damit unser Land langfristig von den Investitionen profitiert. Generell sollte unsere Wirtschaftspolitik immer im Schulterschluss mit den Gewerkschaften und engem Austausch mit den Unternehmen und Beschäftigten erfolgen. Wir haben die Experten für wirtschaftlichen Erfolg bereits im Land, wir müssen als Politik nur besser zuhören und umsetzen. Und vor allem nicht zusätzlich durch unsere Bürokratie lähmen.
Bildung
Gute Bildung ist eine Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben und ein Eckstein unserer Wirtschaftskraft. PISA, aber auch die Zunahme psychischer Krankheiten und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen zeigen, dass wir Kinder und Eltern zu oft alleine lassen und falsche Prioritäten setzen. Bildung fängt im Kleinkindalter an, da werden Sprachen spielend erlernt. Aber wir überlasten Kommunen damit finanziell, die dann horrende Gebühren verlangen müssen. Kitas und Kindergarten müssen genau wie Schulen kostenlos sein für die Familien. Andere Bundesländer sind da weiter als wir. Schule sollte ein Ort des Wohlfühlens sein. Aber auch im Ostalbkreis sind Schulen stark belastet. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Unterstützungssysteme fehlen oder gelten als unnötig, der Stress bleibt an den übrigen Lehrern hängen. Es gibt kein kostenloses Mittagessen, wo alle zusammenkommen. Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen müssen sicher erlernt werden und das braucht Zeit. Digitale Bildung ist notwendig, aber mit behutsamen Konzepten, die Kinder schützen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft und eine Investition, die sich immer lohnt. Wir müssen uns besser um sie kümmern und angesichts der großen Herausforderungen reicht es nicht, einfach mehr Leistung und strengeres Aussortieren nach der Grundschule zu fordern.
Energie
Energiepolitik betrifft jeden Haushalt. Steigende Preise verunsichern uns und schaden unseren Betrieben. Baden-Württemberg muss schneller werden im Ausbau erneuerbarer Energien, dazu braucht es umsichtige Flächenplanung. Das ist trotz grüner Versprechen dieser Regierung zu wenig gelungen. Um moderne Energieversorgung abzusichern, müssen wir in Speichertechnologien und unsere Stromnetze investieren. Wichtig ist, dass Energie bezahlbar bleibt und weder Unternehmen noch Haushalte überfordert und damit neue Probleme schafft. Mit partizipativer und sicherer Planung kann das gelingen. Ziel ist, für die Bürger den besten und kosteneffizientesten Weg zu finden zu einer klimafreundlichen und fortschrittlichen Energieversorgung. Dann profitieren längerfristig alle, auch finanziell. Klimaschutz wird von unserer Bevölkerung nur mitgetragen werden, wenn er sozial gerecht umgesetzt wird.
Mobilität
Mobilität lebt von Verlässlichkeit und die ist bei der Bahn nicht gegeben. Die Ostälbler spüren das täglich beim Pendeln und viele steigen wieder auf das Auto um, obwohl sie gerne umweltbewusst mit der Bahn fahren würden. Ich bin in einer Familie ohne Auto aufgewachsen und weiß, wie wichtig ein funktionierender Nahverkehr ist. Verspätungen und Ausfälle kosten Zeit und vor allem Nerven. Das ist in diesem Ausmaß nicht mehr haltbar. Wir müssen deutlich in Schienen, Bahnhöfe und Personal investieren, viel zu lange wurde hier von der Substanz gelebt. Besonders der ländliche Raum braucht bessere Verbindungen. Öffentlicher Nahverkehr ist Umweltschutz und Teil der Daseinsvorsorge. Wenn wir gleichwertige Lebensverhältnisse ernst nehmen und alle Bürger eine echte Wahl zwischen Straße und Schiene haben sollen, muss auch Zubringer-ÖPNV und Radwege ohne Auslastungsdiskussion finanziert werden, damit gesunde und klimafreundliche Alternativen zum Auto überhaupt in Frage kommen.
Sicherheit
Schwäbisch Gmünd ist insgesamt eine sichere Stadt, weil unsere Polizei hervorragende Arbeit leistet. Damit das so bleibt, müssen wir die Polizei stärken und bürokratisch entlasten. Allerdings nicht mit teuren IT-Lösungen aus Übersee, die als Blackbox mit unseren Daten gefüttert wird und dann irgendwas ausspuckt, was niemand mehr nachvollziehen kann, sondern durch deutsche oder europäische Technologie, die wir verstehen und kontrollieren und womit wir unseren eigenen Markt stärken und unabhängig bleiben von amerikanischen Launen. Sicherheit entsteht außerdem nicht nur durch Abschreckung und Ahndung von Strafe. Prävention und Präsenz sowie Vertrauensbildung zwischen Bürger und Polizei sind genauso entscheidend und stärken den Zusammenhalt. Konzepte dazu müssen dauerhaft finanziert werden. Um Formen des Extremismus im Land im Blick zu behalten braucht es zudem einen starken Landesverfassungsschutz, der wichtiger Ansprechpartner für Kommunen und Behörden sein kann.
Zusammenhalt
Extremismus kann entstehen, wo Menschen sich nicht gehört, an den Rand gedrängt, benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlen und dann bspw. im Netz mit extremistischen Inhalten, getarnt als Erklärung für alles, konfrontiert werden. Es ist meistens ein langer Prozess der Entfremdung und des Vertrauensverlusts in unser Land und seine Vertreter wie Politik, Polizei, Behörden. Deshalb ist flächendeckende Prävention so wichtig, die zuhört, Vertrauen schaffen kann und andere Lösungswege aufzeigt. Zahlreiche Akteure der Zivilgesellschaft leisten diese Arbeit in vielfältiger Weise. Diese Strukturen geben Menschen Orientierung und Halt und brauchen verlässliche und langfristige Finanzierung anstatt jährliches Weiterhangeln und drohende Kürzungen. Extremismus ist auch ein Gradmesser für den Zusammenhalt im Land. Wo gibt es noch Räume für echtes Miteinander? Jedes geschlossene Jugendhaus, jede aufgegebene Dorfkneipe, jeder Sportverein, der keinen Vorstand mehr findet, ist ein Verlust dieser Räume. Gleichzeitig braucht es klare Grenzen gegen Hass und Gewalt, vor allem im Internet. Wir müssen unsere Kinder schützen, aber auch selbst mehr Verantwortung übernehmen. Ich setze mich dafür ein, dass soziale Medien eine Altersbeschränkung und Klarnamenpflicht bekommen. Wir haben diese Gefahr zu lange unterschätzt.
Jugendbeteiligung
Ich halte das Wahlrecht ab 16 für absolut notwendig. Jüngere Generationen sind zahlenmäßig deutlich im Nachteil, gleichzeitig stärker betroffen von heutigen politischen Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen, die langfristige gesellschaftliche Weichen stellen. Mit dem Wählen ab 16 wirkt man dem zumindest etwas entgegen. Außerdem erleben junge Menschen damit echte politische Partizipation und übernehmen Verantwortung für ihre Wahlentscheidung. Eine wichtige Lernerfahrung in einem prägenden Lebensabschnitt. Nachteile sehe ich keine. Das Gerede mancher Gegner von einer unreifen, ahnungslosen Jugend halte ich für Quatsch.